Unser Alltag ist ein Rummelplatz voller Reize und Eindrücke. Wir sitzen in einem Karussell und drehen uns immer schneller. Unentwegt sehen und hören wir Neues. Über Handys und Computer bekommen wir nonstop Informationen gemailt, gebloggt oder getwittert. Beobachten wir doch einmal UNSERE GÄSTE. Wie viele können im Urlaub noch ohne Laptop auskommen? Das Handy ist schon gar nicht mehr wegzudenken!
Hin und wieder dreht sich das Lebenskarussell so schnell und wird so laut, dass wir die Orientierung verlieren. Dann entsteht das tiefe Bedürfnis, einfach abzuschalten. Wir sehnen uns nach Ruhe. Entspannung. Stille. In dieser Stille wollen wir unsere Balance finden – einen Zustand, in dem wir uns erholen und Kraft schöpfen können.
Im Prinzip ein guter Plan. Aber um ihn umzusetzen, müssen wir uns fragen: Was verstehen wir unter Stille? Jeder findet auf andere Weise zu sich selbst und damit zur Ruhe. Der eine unternimmt einsame Spaziergänge, Wanderungen zum Nachdenken oder Schweigewochen im Kloster (sind immer mehr im Kommen und laut Statistik Nr. 1 in Deutschland!). Der andere extreme Bergtouren, Freeclimbing, Paragliding. Sportfanatiker unternehmen Mountainbike-Touren, Triathlone oder Kurse im Fitnessstudio. Die andere “Gruppe” findet Ruhe und Entspannung bei fernöstliche Sportarten mit gedanklichem Überbau, speziell Tai-Chi und Qigong sind sehr produktiv. Andere finden Ihre innere Stille bei Yogavarianten, progressiver Muskelentspannung, autogenem Training und Meditation und der Geniesser pflegt regelmäßige Ganzkörpermassagen, gelegentliche Wellnesstage, Ayurvedawochen.
Welcher Typ sind Sie? Jetzt, wo wir unsere Hotels geschlossen haben, regenerieren auch wir auf verschiedenste Weise. Nicht jeder Tag ist gleich und man fühlt sich je nach Laune der Natur unterschiedlich angezogen.
Oft allerdings hat uns der Alltag wieder zu schnell im Griff. Dann planen wir bei unser Entspannungsübung gedanklich bereits das nächste Meeting, versenden rasch ein paar SMS – und schon wird die Anstrengung zur leeren Übung. Obwohl wir das wissen, kommen wir manchmal aus dieser Routine nicht heraus. Wollen uns nicht richtig auf die Stille einlassen. Denn sie macht uns auch Angst. Blenden wir alle Ablenkungen aus, merken wir schnell, wie schwierig es sein kann, Stille wirklich auszuhalten.
“Day of Silence”- ein neuer Trend auch bei uns in Südtirol. Zusammen mit den üblichen touristischen Angeboten wie Gemütlichkeit, Wanderungen und Sport könnten die Kronplatz-Resort-Hotels in Zukunft auch “Tage des Schweigens” anbieten. Wir wären nicht die ersten, die es versuchen würden. Durch die geschärften Sinne nimmt man z.B. die Dolomitenlandschaft, die Farben, die Dürfte und Geräusche des Waldes ganz anders auf. Man schweift wie durch Zauberhand in ein Feen- und Elfenreich. Zurück bleiben die Eindrücke eines sonderbaren Tages und die Lust, das Erlebnis sicher zu wiederholen. Es wäre eine interessante Erfahrung.
So ein “Day of Silence” kann sehr bereichernd sein, wie auch andere Entspannungsmomente. Wenn wir sie bewusst wahrnehmen, wird die Stille dann zu einer Quelle, die unsere Produktivität und unser Selbstbewusstsein steigert. Damit uns bei unserer Karussellfahrt durchs Leben nicht übel wird, sondern wir den frischen Wind im Gesicht genießen können.


Verwandte Artikel: